Unsere Firma, die Kübler AG Holzbau, steht vor einem ganz besonderen Moment in ihrer 100-jährigen Geschichte: die Übergabe an die 4. Generation innerhalb unserer Familie.
Unsere Firma, die Kübler AG Holzbau, steht vor einem ganz besonderen Moment in ihrer 100-jährigen Geschichte: Die Übergabe an die 4. Generation innerhalb unserer Familie. Seit der Gründung im Jahr 1926 durch Emil Kübler haben wir nicht nur ein Unternehmen aufgebaut, sondern eine Tradition geschaffen – eine Tradition, die von Beständigkeit, Qualität und familiärem Zusammenhalt geprägt ist. Die Firmengeschichte ist unsere Familiengeschichte, und wir möchten sicherstellen, dass sie es auch in den kommenden Jahrzehnten bleibt. Über drei Generationen hinweg haben wir das Handwerk mit Leidenschaft gelebt, unser Unternehmen nachhaltig geführt und es zu dem gemacht, was es heute ist: ein Betrieb, der tief in der Region verwurzelt ist, seinen Mitarbeitenden Sicherheit bietet und für seine Kunden mit Herzblut da ist. Heute beschäftigen wir rund 72 Mitarbeitende, die mit uns gemeinsam diese Werte leben. Unser grösster Wunsch ist es, diese Tradition weiterzugeben – nicht nur als Unternehmen, sondern als Familiengeschichte, die sich fortschreibt.
100 Jahre Tradition, Qualität und Fortschritt
1926


Emil Kübler
1958


Ruedi Kübler
1986


Ueli, Jürg und Willi Kübler (v.l.n.r.) mit den Eltern Hedi und Ruedi Kübler
2026


Tobias Kübler, seit dem 1.1.2026 Geschäftsführer der Kübler AG Holzbau
Tobias Kübler setzt zwei Geschosse aufs Dach
In Esslingen ist ein Alters- und Pflegezentrum in kurzer Zeit um zwei Geschosse erhöht worden. Mit der Holzbauweise konnte die Aufstockung während des Betriebs realisiert werden. Das ausführende Unternehmen war die Kübler AG Holzbau aus Oetwil am See.
Text: Sue Lüthi, Bilder: Timbatec, Kübler AG Holzbau, Stiftung Loogarten, SL | Pläne: ASA AG, Kübler AG Holzbau | www.wirholzbauer.ch
Das Alters- und Pflegezentrum Loogarten in Esslingen (ZH) ist auf zwei Gebäude verteilt. Das eine wurde 1982 gebaut und vor 13 Jahren saniert. Das zweite Gebäude stammt aus dem Jahr 2009. Die beiden Bauten unterscheiden sich nicht nur im Alter, sondern weisen auch unterschiedliche Standards auf. Das veranlasste die Bauherrschaft, mithilfe einer Machbarkeitsstudie die Möglichkeiten zu prüfen. Verfolgt wurde die Idee der asa AG aus Rapperswil (SG), einen Ersatzbau für das ältere Haus zu planen und das neuere Gebäude aufzustocken.
In einer ersten Etappe ist nun das zweigeschossige Haus um zwei weitere Geschosse erhöht worden. Ursprünglich planten die Architekten eine Aufstockung in konventioneller Bauweise, um die bestehende Gebäudestruktur zu erhalten. Die Bauherrschaft Stiftung Loogarten wählte in einem frühen Stadion eine Leichtbauweise. «Uns gefällt Holz», sagte der Geschäftsleiter Gregor Frei. «Und das Holz ist vom Pfannenstiel, gleich da oben», zeigte er zum Wald hinauf.
Indem die Aufstockung in Holz realisiert wurde, konnte ein weiteres Geschoss aufgesetzt und damit die Kapazität der Bewohnerzimmer verdoppelt werden, ohne dass die bestehende Tragstruktur verstärkt werden musste. Heute bietet das Zentrum 63 Bewohnerzimmer und 9 Wohnungen für ältere Menschen aus den Gemeinden Egg (ZH) und Mönchaltorf (ZH) an.
In einer weiteren Etappe soll das zweite Haus durch einen Neubau mit elf Alterswohnungen ersetzt werden. Im Moment ist dieses Projekt in Planung.

Grosse Spannweiten ohne Stützen
Die Aufstockung in Holzbauweise brachte mehrere Vorteile: Die durchgehenden Massivholzdecken ermöglichen grosse Spannweiten ohne Stützen und Unterzüge. Die Grundrisse konnten so in den oberen beiden Geschossen übernommen werden. Die Decke über dem dritten Obergeschoss ist 28 Zentimeter stark. Die Deckenplatten hatten die Holzbauer nach Vorgabe der Holzbauingenieure in der Produktionshalle vorbereitet und versetzt.
Auf der Baustelle verklebten zwei Spezialisten der Timbatec AG die Decken (siehe Kasten). Diese sind – wie auch die Innenwände – raumseitig mit Gipsfaserplatten verkleidet und zeigen einen weissen Abrieb. Am Boden liegt Parkett und auch die Fenster sind innen aus Holz, aussen aus Aluminium. Aussen sind die Geschossübergänge mit einem Aluminiumband zum Brandschutz abgedeckt. Dazwischen leuchten frische Lärchenbretter in horizontaler und vertikaler Verschalungsart. Die Gebäudebreite ist in hellgrauen Faserzementplatten ausgeführt. Die Fassadenelemente wurden im Werk fertig vorfabriziert.
«Für die Aufrichte war ein Pneukran nötig, da das Gebäude breit und die Zufahrt nur von einer Seite möglich ist», sagt der junge Holzbautechniker Tobias Kübler. Um den Betrieb im Alterszentrum möglichst wenig zu stören, erfolgte die Erschliessung während der Bauzeit über eine n
Grundrisse übernommen
Das Gebäude aus dem Jahr 2009 ist etwa 57 Meter lang und 28,50 Meter breit. Den Grundriss bilden zwei fast quadratische Rechtecke mit je einem Lichthof. Pro Geschoss liegen 22 Zimmer den Fassaden entlang. Ein Einzelzimmer misst 25 Quadratmeter, eines mit Loggia 21 Quadratmeter. Zentriert angeordnet sind die Stationszimmer, Aufenthaltsräume und zusätzlichen Nasszellen.
Die innere Struktur, der Innenausbau und die Materialisierung der beiden neuen Geschosse sind mit wenigen Abweichungen identisch mit dem Bestand. Den Zimmern der Ostfassade entlang haben die Architekten eine Loggia eingebaut. Dies ist eine elegante Lösung, um die neuen Schallschutzwerte erreichen zu können.
Die bestehenden Geschosse wurden ebenfalls aufgefrischt. Neu ist die Demenzabteilung im Erdgeschoss des «Neubaus» untergebracht. Der Garten wurde für die Wahrnehmungen und Bedürfnisse dieser Bewohner gestaltet. Auch hier setzte sich der Geschäftsführer der Stiftung ein und organisierte dicke Kastanienstämme, um den mit Lot und Wasserwaage gestalteten Garten natürlich abzugrenzen. asaag.ch
Kübler AG Holzbau
In dritter Generation und mit aktuell 68 Mitarbeitenden ist die Kübler AG Holzbau in der Region Zürichsee und Oberland sowie darüber hinaus tätig. Das Unternehmen wurde 1926 gegründet und hat sich als regionales und überregionales Kompetenzzentrum für die Holzbearbeitung und das Bauen mit Holz spezialisiert. Die Dienstleistungen sind System- und Elementbau, konventionelle Holzbauten und die Holzbauplanung. Seit jeher gehört auch eine Abteilung Bodenbeläge zur Firma. Der 30-jährige Tobias Kübler lernte zuerst Hochbauzeichner und absolvierte nachher den Zimmermannsberuf. Dieser hat ihn nicht mehr losgelassen und er hängte gleich die Weiterbildung zum Holzbautechniker an. Sein Vater Willi Kübler, aktuell der Geschäftsführer, wird sich bald zurückziehen und den Betrieb seinem Sohn übergeben. Dieser holt sich noch das nötige Wirtschaftswissen mit dem Nachdiplom Betriebswirtschaft und ist motiviert, sich bis zum Holzbau-Meister weiterzubilden. Die Kübler AG Holzbau feiert nächstes Jahr ihr 100-jähriges Bestehen. www.kuebler-holzbau.ch
Massivholzdecken
Die TS3-Technologie verbindet Brettsperrholzplatten zu massiven, zweiachsig tragenden Deckenplatten. Die Holzplatten werden mit Giessharz stirnseitig verklebt. Es sind keine Stützen oder Unterzüge mehr notwendig. Diese punktgestützten Flachdecken ermöglichen ein frei positionierbares Stützenraster von bis zu 8 auf 8 Metern und damit eine flexible Raumnutzung. Die Deckenplatten werden nach der Vorgabe von TS3 zugeschnitten und die Stirnseiten, die verklebt werden, vorbehandelt. Die Monteure legen die Platten auf Spriesswinden und decken die Stösse provisorisch ab. Ein Mitarbeiter von Timbatec schiesst mit einer Spezialpistole das dickflüssige Harz in die vorbereiteten Löcher, die schräg von oben zur Stirne führen. Durch diese präzise angelegten Kanäle fliesst das Harz zur Deckenstirne und schliesst die Fuge. Nach ein paar Stunden ist das Harz getrocknet, das Klebeband kommt weg und die Einschusslöcher werden zugestöpselt. Die Fugen sind am Schluss fast nicht mehr erkennbar. ts3.biz
Schön auf dem Teppich bleiben
Text: Daniela Bahnmüller, Treffpunktverlag Stäfa
Weich und schwerelos fühlt sich das Gehen auf Teppich an und mit den Kindern sitzt man zum Spielen gemütlich auf der flauschigen Unterlage. Ein Teppich schluckt die Geräusche und setzt jeden Raum wirkungsvoll in Szene. Lassen Sie sich im Showroom der Kübler AG inspirieren.
Die Kübler AG in Grüningen kennt man in der Region als eine der ersten Adressen für Bodenbeläge. «Wir konnten uns während der letzten Jahre für Parkettböden und Terrassendecks einen sehr guten Ruf erarbeiten. Dass wir aber auch eine grosse Auswahl an textilen und elastischen Bodenbelägen führen und verlegen, wissen die wenigsten», erklärt der Geschäftsführer Sandro Maroni. Stefan Vuckovic, stellvertretender Geschäftsführer und Projektleiter, ergänzt: «Teppiche eignen sich gut als Läufer unter einem Esstisch oder im Korridor. Was sich auch immer grösserer Beliebtheit erfreut, ist ein Mix verschiedener Bodenbeläge. In einem Zimmer geht man auf Platten, im anderen auf Parkett und im dritten bleibt man schön auf dem Teppich. Textile Bodenbeläge setzen jeden Raum wirkungsvoll in Szene.» Der Gehkomfort auf einem Teppich ist unbestritten, zudem verringert er den Schall und schluckt die Geräusche. Einen Teppich könne man trocken und zwischendurch zudem nass reinigen, «dadurch erreicht man eine höhere Lebensdauer », weiss Stefan Vuckovic.
Showroom mit unzähligen Mustern
Im grossen und freundlich eingerichteten Showroom kann man sich alle Bodenbeläge in unzähligen Mustern und Farben zeigen lassen. Sandro Maroni hält fest: «Es war unser ausdrücklicher Wunsch, dass sich die Leute hier in Ruhe inspirieren lassen können. Bei einem Kaffee kann man alle Arten von Bodenbelägen anschauen, man kann sie anfassen und die jeweilige Struktur auf sich wirken lassen.» Und die kompetenten Fachleute beantworten alle Fragen zu den entsprechenden Vor- und Nachteilen. Neben den Mustern für Teppiche, Linoleum und PVC kann man auch sich auch eine grosse Auswahl an verschiedenen Parkettmustern zeigen lassen. Diese sind in grossen Ausschnitten zu sehen, so dass man die Struktur des Holzes begutachten kann. «Es ist wichtig, dass wir die Bedürfnisse der Kundschaft kennen, damit wir optimal beraten können. Denn je nach Gebrauch eines Bodenbelags hält dieser 20 Jahre. Deshalb sollte man sich diesen Entscheid gut überlegen», weiss Stefan Vuckovic.
Oft kämen Kunden, die bei Kollegen einen Bodenbelag gesehen haben, der ihnen gefällt. Wenn sie dann im Showroom die verschiedenen Möglichkeiten sehen und sich beraten lassen, merken sie, dass sich ein anderes Material für ihre Bedürfnisse besser eignen würde. «Die Beratung bei uns ist kostenlos», bestätigt Sandro Maroni. Auch für Büroräumlichkeiten hat die Kübler AG den passenden Bodenbelag: Teppichplatten, die bei Bedarf einzeln ausgewechselt werden können.
Zeit nehmen für Entscheid
Bevor die Kundinnen und Kunden den Showroom aufsuchen, gehen die Fachleute oft zur Kundschaft nach Hause, um alle Angaben aufzunehmen. «Über Fotos ist es meist schwierig, sich ein exaktes Bild machen zu können. Deshalb versuchen wir direkt vor Ort, alle Informationen zu erhalten. So dass der Kunde nachher das kriegt, was er sich vorstellt», erklärt der Geschäftsführer. Die Idee sei, dass sie alle Fragen beantworten können. Danach erstellen die Spezialisten eine transparente Offerte. Stefan Vuckovic hält fest: «Oft kommen die Kundinnen und Kunden auch mehrmals in den Showroom. Die Leute sollen sich Zeit nehmen für den Entscheid. Wenn man beispielsweise Kinder hat, wählt man für das Kinderzimmer einen anderen Teppich als im Wohnzimmer.» Die Beratung endet nicht mit dem Verkauf eines Bodenbelags. Die Spezialisten geben Pflegeanleitungen und Tipps für die Reinigung. Und wenn der Kunde einen Fleck nicht wegbringt, ruft er an und erhält eine hilfreiche Beratung. «Wir wünschen uns gute Kundenbeziehungen, dafür setzen wir uns ein», hält Sandro Maroni fest.
Sie wünschen sich eine individuelle Beratung? Dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Wir freuen uns auf Sie!
Sie entschieden sich trotz Vorzeigenoten für eine Berufslehre
Text: Alec Nedic und Susanna Valentin
Lehre statt Gymnasium Überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler aus der Zürichseeregion besuchen das Gymnasium. Es gibt aber schulstarke Jugendliche, die einen direkten Einstieg ins Berufsleben vorziehen.
Überdurchschnittliche Schulnoten, eine hohe Selbstständigkeit und die Bereitschaft, Mehraufwand zu leisten – das sind die Anforderungen, die Gymnasien an ihre künftigen Schülerinnen und Schüler stellen. Im Kanton Zürich erfüllen diese Kriterien viele Jugendliche. So machte letztes Jahr jedes fünfte Kind im Kanton die Matur. Besonders hoch war die Maturitätsquote einmal mehr in der Zürichseeregion. Vor allem am rechten Seeufer lag die Quote in Gemeinden wie Zollikon, Küsnacht oder Herrliberg bei über 45 Prozent. Gleichwohl gibt es Jugendliche, die aufgrund ihrer herausstechenden schulischen Fähigkeiten zwar einen gymnasialen Weg einschlagen könnten, sich aber bewusst dagegen entscheiden. Stattdessen treten sie eine Berufslehre an. «Es handelt sich dabei um eine kleine Gruppe und die jeweiligen Beweggründe sind individuell», sagt Annette Grüter, Leiterin des Berufsinformationszentrums (BIZ) des Bezirks Horgen.
Umfeld beeinflusst Berufswahl
Vielen missfalle die Vorstellung, eine Mittelschule und später noch ein mehrjähriges Studium zu absolvieren. Sie möchten etwas Neues angehen und haben ein Bedürfnis nach praktischem Arbeiten. «Manche haben den Schulalltag auch einfach satt», schildert Grüter ihre Erfahrungen mit einem Schmunzeln. Nicht immer könne das Umfeld dieser schulisch starken Jugendlichen den Wunsch nach einer Berufslehre nachvollziehen. Denn der soziokulturelle Hintergrund sowie das Umfeld hätten bei diesem Entscheid einen signifikanten Einfluss, hält die BIZ-Leiterin fest. Wenn die Eltern beispielsweise im Ausland zur Schule gegangen sind, ist ihnen das Modell des dualen Bildungssystems zumeist fremd. Folglich stünden sie einer Lehre oftmals eher kritisch entgegen. «Das Bildungssystem der Schweiz ermöglicht viele andersartige, doch gleichwertige Ausbildungswege zum Gymnasium», sagt Grüter. Diese Redaktion hat zwei Jugendliche getroffen, die trotz guten Schulnoten auf den gymnasialen Weg verzichten.
Luke Britt (17), Zimmermann
Eine magische Anziehungskraft hatte die kleine Werkstatt im Keller der Familienwohnung von Luke Britt für ihn schon, seit er sich erinnern kann. Bereits als Einjähriger werkelte er an der ersten geschenkten Hobelbank. Im Schulalter sägte er mit der Laubsäge an feinen Holzplatten, bis er schliesslich richtige Möbel herstellte. «Ich wartete die ganze Schulzeit, bis ich endlich nicht mehr herumsitzen muss», sagt der 17-Jährige. Er absolviert heute eine Lehre als Zimmermann. Und das, obwohl ihn sowohl der Primarschullehrer als auch der Oberstufenlehrer im Gymnasium gesehen hätte. «Meine Noten waren durchgehend sehr gut, und trotzdem war für mich klar: Ich möchte in die Praxis.»
«Manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Kollegen, die das Gymnasium besuchen, weniger im Leben stehen als ich in der Lehre», sagt der Männedörfler und zuckt mit den Schultern. Das zeige sich zum Beispiel im Umgang mit Geld. «Ich glaube, es erhält erst dann seinen Wert, wenn es selbst erarbeitet ist.» Deshalb bringt er lieber ein Sandwich von zu Hause mit, wenn sich seine Gymikollegen manchmal gleich zwei Döner am Kebabstand holen. Den einen Schultag pro Woche in der Berufsschule schätze er dafür mehr, als es in der Schulzeit der Fall war. «Als Ausgleich zur körperlich anspruchsvollen Arbeit ist es nun richtig schön, einmal einen Tag zu sitzen und zu chillen», bemerkt der angehende Zimmermann lachend. Aktuell fordere ihn die Lehre auf eine Weise, wie er sie schätze. Im überbetrieblichen Kurs arbeite er in einer Gruppe an einem Elementbau mit, die Errichtung des ganzen Gebäudes stehe kurz bevor. «Das ist ziemlich streng, aber auch eine tolle Herausforderung», erzählt Britt. «Ich lerne am meisten, wenn ich Verantwortung übernehmen kann.» Das Holz in die Hände zu nehmen, daraus etwas zu kreieren: Das ist ein Prozess, für den sich der Auszubildende noch immer begeistert. In eineinhalb Jahren ist er ausgebildeter Zimmermann, danach möchte er die einjährige Berufsmatur absolvieren. Ob die Schule ihm als Bewegungsmensch dann leichterfällt, weiss er nicht. Britt nimmt es gelassen. «Vielleicht ist das eine Abwechslung zum Berufsalltag, die ich dann auch wieder zu schätzen weiss.»

Ilario Morelli (18), Fachkraft Gesundheit
Auch Ilario Morelli hat zurzeit einiges um die Ohren. Der 18-Jährige absolviert sein letztes Ausbildungsjahr als Fachkraft Gesundheit im Spital Männedorf, schreibt nebenbei eine Maturaarbeit und bereitet sich auf seine Abschlussprüfungen vor. Trotzdem wirkt er aufgestellt, wenn er mit seinem ansteckenden Lächeln durch die Geriatrieabteilung schreitet und Patientinnen sowie die Mitarbeitenden der Pflege herzlich grüsst. Anderen Menschen helfen zu dürfen, das treibe ihn an, erzählt Ilario Morelli. «Es fasziniert mich, Krankheiten und den menschlichen Körper zu verstehen.» Auch der Meilemer hatte nach Abschluss der obligatorischen Schulzeit ein einwandfreies Zeugnis vorzuweisen, das Gymnasium wäre ihm offengestanden. «Ich hatte aber schon immer ein Bedürfnis nach Eigenständigkeit und wollte mein eigenes Geld verdienen», erzählt Ilario Morelli.
Trotzdem sträubte er sich lange dagegen, Bewerbungen zu schreiben. «Das Gymi war mein Trumpf, mein Plan B. Er bewirkte, dass ich mich zurücklehnte», erklärt er nach kurzem Zögern. Erst ein Termin bei der Berufsberatung habe Schwung in die Angelegenheit gebracht. Er bewarb sich auf ein Schnupperpraktikum beim Spital Männedorf. Dieses absolvierte er erfolgreich und bekam sogleich das Lehrstellenangebot. «Ich sagte zu, ohne lange zu überlegen.» Die Ausbildung stelle einen starken Kontrast zur Schulzeit dar, sagt er. In der Schule war Morelli nie auf Hilfe angewiesen, erledigte selbst die schwierigsten Hausaufgaben problemlos alleine. Im Spital hingegen wird er bei der Arbeit dauerhaft von einer diplomierten Fachkraft begleitet. Das sei für ihn anfangs befremdlich gewesen. «Mir helfen zu lassen, ist etwas, das ich hier gelernt habe», bemerkt der werdende Gesundheitsfachmann.
Dass er sich gegen das Gymnasium entschieden hat, bereut er bis heute nicht. «Durch die Lehre wurde ich im Umgang mit meinen Mitmenschen sensibler, gleichzeitig aber auch belastbarer.» Und mit seiner Berufsmatur, die er berufsbegleitend absolviert, stehen ihm in der Zukunft alle Wege offen.
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